Bettina von Hohenberg

Meine Mutter, Gräfin Ursula von Öttingen, die Gemahlin des Grafen Albert von Hohenberg, verstarb bei meiner Geburt im Jahre des Herrn 1308. Die vierte Frau meines Vaters ließ mich in ein Beginen Kloster bei Tübingen bringen. Dort wurde ich in lateinischer Sprache von Oberin Beata unterrichtet.
Diese weitsichtige Begine lehrte mich auch das Lesen, Schreiben und Rechnen.

Bei der Führung der Nuihusener Faktorey war mir das von großem Nutzen. Durch die Großzügigkeit meines Gemahls Wernher des Fünften konnte ich meinen drei Töchtern meine Fähigkeiten in lesen, schreiben und rechnen weitergeben. Die ehrwürdige Mutter Maria Bonifazia, eine Franziskanerin, unterrichtete Stefanie, Christina und Isabell ebenfalls in der lateinischen Sprache.

Nachdem die Töchter herangewachsen waren, überließ ich ihnen immer mehr die alleinige Führung der Faktorey in Nuihusen, was bei den hiesigen Edelleuten auf Missfallen stieß.
Um dem großen Haushalt, der zu führen war, gerecht zu werden und meinen Gemahl auf seinen Reisen begleiten zu können, zog ich mich im Jahre des Herrn 1345 aus der Faktorey in Nuihusen zurück.